StartseiteHome Konzerte Konzertkalender NotenTexte | Am Ende der Zeit. Ein musikalisch-literarischer Abend

NotenTexte | Am Ende der Zeit. Ein musikalisch-literarischer Abend

Samstag, 18. Februar 2023, 19:00 Uhr
München, Jella-Lepman-Saal
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Programm

Joseph Haydn
Streichquartett G-Dur, Hob III:81, op. 77 Nr.1

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Nr. 6 f-Moll, op. 80

Texte

Ilse Aichinger
Kleist, Moos, Fasane

Esther Kinsky
Hain. Geländeroman

Andrea Eun-Jeong Kim, Violine

Nicola Birkhan, Violine

Christiane Hörr-Kalmer, Viola

Jaka Stadler, Violoncello

Heiko Ruprecht, Sprecher

Schloss Blutenburg © Antonia Schwarz

INFORMATIONEN ZUM PROGRAMM

Fanny Hensel starb im Mai 1847 überraschend an einem Schlaganfall. Ihr Bruder Felix Mendelssohn Bartholdy war über ihren Tod derart erschüttert, dass er sich in die Schweizer Berge zurückzog: »Bis jetzt kann ich an Arbeit, ja an Musik überhaupt nicht denken, ohne die größte Leere und Wüste im Kopf und im Herzen zu fühlen.« Dennoch begann er in den folgenden Wochen ein Streichquartett in der düster-schwarzen Tonart f-Moll zu komponieren, das deutlich in Bezug zum Tod seiner Schwester steht. Zwei Monate nach Vollendung der Partitur, noch im selben Jahr wie Fanny, starb auch Felix an einem Schlaganfall. Wenn Haydns Streichquartett op. 77/1 nicht mit einem persönlichen Verlust in Zusammenhang steht, so entstand es 1799 doch in einer Zeit des Niedergangs, als die Kriege mit Frankreich die Habsburger Doppelmonarchie schwächten und die Bevölkerung verarmen ließen. In der Hoffnung, finanziell unterstützt zu werden, widmete es Haydn dem Fürsten Lobkowitz. Beide Streichquartette sind also Werke, die am Ende einer Zeit geschrieben wurden.

Zu Haydn wird ein Prosatext von Ilse Aichinger gelesen, der poetisch verdichtet, konkret und rätselhaft zugleich ist und in der die Autorin unwiederbringlich Verlorenes in eine traumartige Gegenwart verwandelt. Zu Mendelssohn Bartholdy werden zwei Episoden aus Esther Kinskys „Hain. Geländeroman“ (2018) vorgelesen, in dem die Erzählerin nach dem Tod ihres Lebensgefährten M. in Norditalien auf langen Wanderungen ihre Umwelt mit einem von Trauer und Schmerz geschärften Bewusstsein wahrnimmt und dabei dem Geheimnis der Transzendenz auf der Spur ist.

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