„Ich spiele auf einem Kunstwerk“

Musiker/-innen und ihre Instrumente

 

Unsere Musiker agieren nicht nur im Orchester als ein Klangkörper, sondern haben auch besondere Beziehungen zu ihren eigenen Klangkörpern. Für Ivanna Ternay ist ihre Flöte die beste Freundin, andere sehen in ihrem Instrument eher einen technischen Apparat und versuchen in Zusammenarbeit mit Experten den idealen Klang zu kreieren. Hier finden Sie die persönlichen Meinungen unserer Musiker zu ihrem Instrument und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

Musiker & Instrumente - Dirigentenstab (c) Bureau Borsche

Mariss Jansons über das Dirigieren mit Taktstock

„Am wichtigsten ist das Orchester. Ich bin der Vermittler, ich gebe die Interpretation vor, das Orchester macht die Musik. Ich muss die richtige Atmosphäre kreieren und natürlich das Ensemble leiten. Aber der Klang, der vom Orchester kommt, der ist das wichtigste. Entscheidend ist die Musik und die Aufführung, die Sie leiten. Wie Sie das machen, ist Ihre Sache. Der Taktstock spielt dabei eine nicht so große Rolle.“

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Musiker & Instrumente - Oboe (c) Bureau Borsche

Bettina Faiss, Klarinette

„Ein perfektes Blatt kommt leicht in Schwingung und flattert dann aber nicht zu stark. Leider gibt es solche Blätter nur selten, meistens muss man einen guten Kompromiss finden. Und je nach Wetter und Luftfeuchtigkeit verändern sich die Blätter auch – sogar während man spielt.“

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Musiker & Instrumente - Becken (c) Bureau Borsche

Guido Marggrander, Schlagzeug

„Ein gutes Becken ist eines, bei dem ich den Klang kontrollieren kann. Es gibt auch Becken, die alleine sehr angenehm und schön klingen – aber die haben eine Durchsetzungskraft, man muss sehr laut spielen, sehr drücken, und dann klingt es gar nicht mehr.“

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Musiker & Instrumente - Cello (c) Bureau Borsche

Guter Bogen, guter Ton

Natürlich brauchen Streicher hervorragende Instrumente. Zum Klingen bringt sie aber erst der Bogen. Entscheidend sind der Schwerpunkt und die Behaarung – und noch wichtiger die Wahl des richtigen Bogenbauers.

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Das Stimmband der Streicher

Wie ein Cello klingt, liegt zu etwa 80 Prozent am Instrument selbst und am Musiker, der es spielt. Für die übrigen 20 Prozent spielen hochentwickelte Stahldrähte mit Kunststoffbeschichtung eine tragende Rolle: die Saiten.

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Musiker & Instrumente - Schlagwerk (c) Bureau Borsche

Raymond Curfs, Pauke

„Aber man sucht doch immer nach etwas Neuem, einem neuen Detail, einer besonderen Klangfarbe – und ehe man sich versieht, hat man dreihundert, vierhundert Paar. Manche gehen kaputt, andere verschenkt man an Studenten. Aber dann, bei irgendeinem Stück, hat der Dirigent einen besonderen Wunsch, und mir fällt ein: Dieses eine Paar mit den kleinen roten Köpfen, sicher seit zehn Jahren nicht benutzt, aber jetzt ist es ideal.“

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Musiker & Instrumente - Trompete (c) Bureau Borsche

Martin Angerer, Trompete

„Es gibt Instrumente, die perfekt abliefern, die Zuhörer aber nicht berühren. Und es gibt Instrumente, die furchtbar intonieren, bei denen ich sehr viel korrigieren muss – aber dann spielt man einen Ton und denkt nur: Ja! Nichts anderes! Darauf kommt es mir an.“

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Musiker & Instrumente - Querflöte (c) Bureau Borsche

Ivanna Ternay und Henrik Wiese, Flöte

„Für viele ist die Flöte nur ein Werkzeug, ein Material, das zur Verfügung steht. Für mich ist es wie eine zweite Haut. Und wenn ich emotional nicht gut drauf bin, geht es auch mit der Flöte nicht so gut. Ich muss körperlich in bester Verfassung sein, wenn ich spiele. Und auch seelisch.“ Ivanna Ternay, Goldflöte

„Ich versuche die Töne wirklich in jeder Faser des Körpers zu spüren und den Klang wie eine Wolke in meinem Körper zu formen. Das muss man über viele Jahre entwickeln und erspüren, immer im Kontakt mit dem Instrument. Wenn ein Ton ausentwickelt ist, geht er buchstäblich durch Mark und Bein – und das genieße ich auch.“ Henrik Wiese, Silberflöte

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Musiker & Instrumente - Streicher (c) Bureau Borsche

Kleine Instrumente

„Man sollte den Kindern immer zugute halten, dass sie es mit einem unvollkommeneren Instrumentarium zu tun haben als wir – richtig gut zu klingen ist für sie eigentlich schwieriger als für uns.“
Stefan Trauer, Violoncello

Auch die größten Musiker haben klein angefangen. Das heißt auch: auf kleinen Instrumenten.

Zur (kleinen) Umfrage über die Anfänge der Kollegen im BRSO

 

Musiker & Instrumente - Horn (c) Bureau Borsche

Ralf Springmann und Carsten Carey Duffin, Horn

„Wichtig ist ja nicht nur das Instrument, wichtig ist auch, was man für einen Klang im Kopf hat, und auf was für einen Klang sich eine Gruppe dann verständigt.“ Ralf Springmann, Horn

„Letztlich ist es auch nur ein Mittel zum Zweck. Die Tonproduktion ist bei uns noch viel körperlicher als bei den Streichern. Die sind vom Instrument abhängiger als wir. Wenn mir ein Horn herunterfällt, fange ich nicht an zu weinen. Dann bestelle ich halt ein neues. Die emotionale Bindung zum eigenen Instrument ist deutlich kleiner.“ Carsten Carey Duffin, Horn

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Musiker & Instrumente - Tuba (c) Bureau Borsche

Stefan Tischler, Tuba

„Klar, Im Grunde ist das nur eine Konstruktion aus Metall und Messing, aber das vergisst man eigentlich sofort. Es klingt komisch, aber: Wenn ich auf der Bühne sitze und etwas Schwieriges zu spielen habe, dann ist es gut zu wissen, dass die Tuba da ist. Dass ich mich auf sie verlassen kann. Dann weiß ich, das stehen wir jetzt zusammen durch.“

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Musiker & Instrumente - Klavier (c) Bureau Borsche

Christian Rabus, Klavierstimmer, und Lukas Maria Kuen, Klavier

„Für eine Flügelstimmung brauche ich eineinhalb Stunden, wenn ich schnell bin, geht es auch in einer. Allerdings braucht es immer noch die Qualität, die nachher sendefähig ist. Wir sprechen da über feinste Arbeit unter Akkordbedingungen, mit Lärm. Da steht man unter ziemlicher nervlicher Anspannung.“ Christian Rabus, Klavierstimmer

„Das sind Nuancen, die den Zuhörern vielleicht gar nicht auffallen. Aber wir Pianisten sind nun mal darauf angewiesen, dass das Instrument, auf dem wir spielen, gut ist. Auf einem schlechten Flügel kann man nicht zum Maximum ausholen.“ Lukas Maria Kuen, Klavier

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