Mariss Jansons

Freitag, 20. April 2018, 20:00 Uhr
München, Gasteig

Programm

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 7 e-Moll

Mariss Jansons, Dirigent

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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Gut zehn Jahre nach seiner letzten Aufnahme der Siebten Symphonie von Gustav Mahler macht sich Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erneut an dieses lebensbejahende Monumentalwerk – und man darf gespannt sein, zu welcher Auffassung der nun 75-jährige Dirigent mit all seiner Mahler-Erfahrung gelangt ist. In rund achtzig Minuten und fünf Sätzen durchschreitet Mahler in seiner Siebten ein enormes Ausdrucksspektrum, das vom feierlichen Trauermarsch-Beginn bis zum hymnischen Jubel-Finale reicht. Die Symphonie ist achsenförmig um das zentrale Scherzo gebaut, das einem albtraumhaft verzerrten Walzer gleicht. Zwei charakteristische Nachtmusiken rahmen diesen Mitternachtsspuk: Ein bedächtig zwischen Dur und Moll pendelnder Marsch und eine mit Harfe, Gitarre und Mandoline fein ziselierte Serenade. Ein ungeheuer vielschichtiger Kopfsatz eröffnet Mahlers Siebte Symphonie, dessen affirmatives Rondo-Finale seit der Prager Uraufführung 1908 die Mahler-Gemeinde spaltet. Als „Tagstück voll blendender Helle“ feierte noch der Mahler-Exeget der ersten Stunde, Paul Bekker, das C-Dur-gestählte Finale. Während der Mahler-Verfechter Theodor W. Adorno über die Nähe zu Wagners „Meistersinger“-Vorspiel spöttelte: „Der Satz ist theatralisch: So blau ist nur der Bühnenhimmel über der allzu benachbarten Festwiese.“ Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Mahler mit der Zerrissenheit seiner Siebten Symphonie die Widersprüche seiner Zeit spiegeln wollte – und das ist ihm fraglos gelungen!

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