Wagner: Das Rheingold

Alles, was Sir Simon Rattle in seine dirigierenden Hände nimmt, werde – auf diese Maxime haben sich Musikkritik und -publikum in den vergangenen Jahren einvernehmlich verständigt – zu „reinem Gold“. – Alles, mit Ausnahme der Musikdramen Richard Wagners…! Immer wieder wurde behauptet: Rattle und Wagner, das gehe nicht zusammen – freilich ohne gute Gründe dafür anführen zu können. Nun beweist die dritte Zusammenarbeit des Briten mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und einer Riege erster und bester Wagnersänger entschieden das Gegenteil.

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Publikum und Presse waren nach den konzertanten Münchner Vorstellungen des „Rheingolds“, des Vorabends von Wagners mächtiger Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“, einhellig begeistert. Erleben Sie das Live-Ereignis vom April 2015 im Münchner Herkulessaal mit Sir Simon Rattle, dem BR-Symphonierchester und einer Riege erstklassiger Wagner-Sänger noch einmal neu auf CD!

Natürlich beherrscht Rattle die wegen ihres eng mit- und ineinander verwobenen Solistenensembles und das Geschehen nicht durchgehend (wie etwa in anderen Wagnerschen Musikdramen) in hehrer Attitüde untermalenden und umflutenden, sondern gelegentlich auch keck aufmuckenden Orchestersatzes durchaus vertrackte „Rheingold“-Partitur, keine Frage! Dass er mit dieser Musik Wagners souverän umzugehen versteht, hat er bereits zweimal eindrucksvoll unter Beweis gestellt: 2004 in London zusammen mit den Orchestra of the Age of Enlightenment und 2006 in Berlin mit den Berliner Philharmonikern. Dass er das „böse Konversationsstück, fast eine schwarze Komödie“ (wie Robert Braunmüller das „Rheingold“ in der Münchner „Abendzeitung“ bezeichnet), eher in einem leichten, manchmal gar tänzerisch anmutenden Tonfall anschlägt, dass er sehr farben- und äußerst detailreich musizieren lässt, nimmt dem Werk ein wenig von jenem wagnerianisch-erhabenen Staub, ohne allerdings die rauschende Strahlkraft des musikalischen Klanges irgend zu beeinträchtigen.

Die ohne Ausnahme sehr guten Solisten fügen sich ganz in Rattles feine, nahe dem Drama ausgerichtete Interpretation Publikum und Presse waren nach den konzertanten Münchner Vorstellungen einhellig begeistert. Mehr noch als im kleinen Herkulessaal, der bereits intimere Einblicke in die Strukturen der Partitur und die von Rattle ausgearbeitete Ästhetik erlaubte, wird das Hörerlebnis auf CD noch deutlicher aufzeigen, „wie radikal der Avantgardist Richard Wagner in jedem Takt komponiert hat“, so Reinhard J. Brembeck in der „Süddeutschen Zeitung“.

Solisten

Michael Volle, Bariton (Wotan)
Christian van Horn, Bassbariton (Donner)
Benjamin Bruns, Tenor (Froh)
Burkhard Ulrich, Tenor (Loge)
Elisabeth Kulman, Mezzosopran (Fricka)
Annette Dasch, Sopran (Freia)
Janina Baechle, Mezzosopran (Erda)
Tomasz Konieczny, Bassbariton (Alberich)
Herwig Pecoraro, Tenor (Mime)
Peter Rose, Bass (Fasolt)
Eric Halfvarson, Bass (Fafner)
Mirella Hagen, Sopran (Woglinde)
Stefanie Irányi, Mezzosopran (Wellgunde)
Eva Vogel, Mezzosopran (Floßhilde)

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Dirigent: Sir Simon Rattle