Kyrill Kondraschin: César Franck, Nikolai Rimskij-Korsakow

Kyrill Kondraschin und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks - das hätte eine fruchtbare Dauerbeziehung zwischen einem der bedeutendsten Vertreter der russischen Dirigentenschule und dem erstklassigen Münchner Klangkörper werden sollen. Doch tragischerweise starb Kondraschin überraschend, noch bevor er die Chefdirigenten-Stelle als Nachfolger Kubeliks antreten konnte. Der Konzertmitschnitt von 1980 aus dem Münchner Herkulessaal mit Kyrill Kondraschin umfasst ein Programm, das zwei spätromantische Werke unterschiedlicher symphonischer Kulturen gegenüberstellt: Rimskij-Korsakows Ouvertüre "Russische Ostern" und César Francks einzige Symphonie.

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Wenige Tondokumente zeugen von der Zusammenarbeit, die auch von den Orchestermusikern als Glücksfall angesehen wurde. Der hier vorliegende Mitschnitt vom  Februar 1980 ist eine reizvolle Gegenüberstellung eines russischen und eines französischen Werks: Rimskij-Korsakows Ouvertüre „Russische Ostern“ und César Francks einzige Symphonie in d-Moll. Schon das melodische Material, dessen sich Rimskij-Korsakow bedient, Themen der orthodoxen Liturgie, verweist auf die Wurzeln russischer Kunstmusik, und auch die Widmung an Borodin und Mussorgsky betont den nationalen Aspekt des Werks.

Die Tatsache, dass César Francks Sinfonie, entstanden im Zeitraum von 1886 bis 1888, zum Modell für die sinfonische Schule Frankreichs werden sollte, zeigt, wie außergewöhnlich zu dieser Zeit eine großformatige, nicht-programmatische Symphonie aus der Hand eines franko-belgischen Komponisten war. Das Werk war anfangs großen Anfeindungen seitens der französischen Kritik ausgesetzt und setzte sich nur langsam im Konzertleben durch.

Nikolai Rimskij-Korsakow:
„Russische Ostern“, Ouvertüre über Themen der russischen Liturgie, op. 36

César Franck
Symphonie d-Moll

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Dirigent: Kyrill Kondraschin

Februar 1980

Label: BR-KLASSIK CD 900704