#BRSOTour: Nordamerika ’16

10 Tage, sieben Konzerte in sechs Städten. Im April 2016 ging’s für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in die USA und noch Kanada. Impressionen einer turbulenten, intensiven und einer musikalisch sehr erfüllenden Reise mit Mariss Jansons und Leonidas Kavakos.

 

9. April: Tourauftakt in Frankfurt
Bevor es auf die große Reise geht, gibt’s das Kickoff-Konzert in der Frankfurter Alten Oper. Nach dem Konzert werden noch schnell die Instrumente geputzt und verpackt – und dann geht es los. Bassistin Alex Scott freut sich: Ready, set, go…!

11. April: Washington
Angekommen, ausgepackt – aber etwas fehlt: die Geigen-, Bratschen- und Cellobögen. Diesmal mussten sie in einem separaten Koffer gesammelt transportiert werden. Der Grund: ein amerikanisches Gesetz: Neben Elfenbein befindet die US-Naturschutzbehörde auch Perlmutt als schützenswert – dieses ist in den meisten Geigenbögen verbaut, zwar ausschließlich zur Zierde, nicht zur Klangoptimierung, aber dennoch: Die Behörden dürfen die Bögen jederzeit kontrollieren. Gut, dass es Tourmanager Mike Wegner gibt, der kümmert sich als „Special Agent“ um das kostbare Gut…

12. April: Washington
Eine knallbunte, laute, amerikanische Morning-Show. Und mittendrin: eine Gruppe Blechbläser des BRSO. Nach einem Beitrag über abschwellende Augencreme bittet der Moderator die Herren von „NoPhil Brass“ auf die kleine Bühne und die spielen eine Polka, den „Vergnügungszug“ von Johann Strauß als kleine Ankündigung für unser Konzert am Abend im Kennedy Center for the Performing Arts.

13. April: Chapel Hill
In der kleinen Universitätsstadt Chapel Hill im Bundesstaat North Carolina spielen wir in der Memorial Hall der Universität. Tatsächlich sitzen auch sehr viele junge Besucher im Publikum. Wie ihnen das Konzert gefallen hat…?

15. April Chapel Hill – Montréal
Reisetag: mit dem Flieger geht’s nach Kanada. Wir reisen mit über 120 Musikern – unser Kapitän Mariss Jansons behält den Überblick!

15. April: Montréal
Eine Tournee ist die beste Möglichkeit, neue Kollegen besser kennenzulernen. Wir präsentieren: Lionel Cottet, 1987 in Genf geboren, unser neuer Solo-Cellist. Für ihn bedeutet das Musizieren in einem Orchester – der Austausch von künstlerischer Energie, das gemeinsame Erarbeiten eines künstlerischen Ziels – die Erfüllung seiner Wünsche.

16. April: Ann Arbor
Konzert im eindrucksvollen Hill Auditorium in Ann Arbor in Michigan. Eine lebendige Kleinstadt, in der es vor Studenten wimmelt. Und wir stellen fest: Mariss Jansons ist überall!

17. April – Irgendwo im Nirgendwo. Mitten auf dem Highway.
Worst Case für das BRSO: Auf der fünfstündigen Busfahrt von Ann Arbor nach Chicago bleibt plötzlich der Bus liegen. Wir setzen einen Hilferuf ab – mit Erfolg. Die anderen Orchesterbusse kommen zurück und sammeln die Gestrandeten ein. Doch noch rechtzeitig kommen wir in Chicago an und können Schostakowitsch 7 spielen.

 

Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel
Riccardo Muti begrüßt Mariss Jansons und das BRSO in Chicago.
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel
Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in Chicago 2016 (c) BR/Peter Meisel

17. April: Chicago
Schöne Überraschung in Chicago: Riccardo Muti, Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra begrüßt uns persönlich auf der Bühne. Er steigt zu Mariss Jansons aufs Dirigentenpodest und scherzt: „Ein Dirigent ist ein Problem – zwei Dirigenten sind eine Katastrophe“. Groß ist die Wiedersehensfreude – erst vor wenigen Monaten hat Riccardo Muti in München als Gastdirigent eins unserer Konzerte geleitet. Die beiden Musiker liegen sich in den Armen, und Muti macht seinem Kollegen Mariss Jansons ein rührendes Kompliment: „Ich bewundere Ihren Maestro und mag ihn sehr, denn er ist nicht nur ein großer Dirigent, der ein großes Orchester leitet, sondern er ist auch ein wunderbarer Mensch. Und das ist unter Dirigenten äußerst selten!“

19. und 20. April: New York
New York, New York! Auf die Konzerte in der Carnegie Hall haben sich viele von uns am meisten gefreut. Manche sagen: Es gibt diesen magischen Carnegie Hall Moment. Wir spüren ihn in beiden Konzerten – es ist der Moment, wenn der Klang überall ist und das Publikum ganz einhüllt. Gänsehaut und große Freude nach unserem letzten Auftritt dieser Tour.

20160420_New-York_©Meisel(BR)
Leonidas Kavakos und Mariss Jansons in der Carnegie Hall.
20160420_New-York_©Meisel(BR)
Große Freude nach dem Konzert in der Carnegie Hall.
20160420_New-York_©Meisel(BR)
20160420_New-York_©Meisel(BR)
Ein magischer Ort: die Carnegie Hall!
20160420_New-York_©Meisel(BR)
Impressionen von der Probe...
20160420_New-York_©Meisel(BR)
20160420_New-York_©Meisel(BR)
Stehende Ovationen für das BRSO und Maestro Jansons. Ein toller Abschluss.

Sechs Städte in 10 Tagen, ständig in Fliegern, Bussen, Warteschlangen und komplett unterschiedlichen Konzertsälen. In allen Städten gab es nach dem letzten Ton tosenden Applaus und Standig Ovations. Das ist nicht selbstverständlich, bemerkt Chefdirigent Mariss Jansons:  „Das amerikanische Publikum ist in solchen Städten wie Montréal oder Chicago natürlich sehr verwöhnt, denn sie hören hier Topklasse-Orchester aus Amerika. Das sind wunderbare Orchester – und außerdem sehr viele. Deswegen ist es eine große Freude, dass wir solchen Erfolg haben.“

How to Share With Just Friends

How to share with just friends.

Posted by Facebook on Freitag, 5. Dezember 2014

Zurück in Deutschland schwelgen wir noch immer in Erinnerungen an diese intensive Reise. Viele Momente aus Nordamerika werden uns auch noch in den nächsten Wochen und Monaten begleiten. Eine kleiner Reisebericht der Tour läuft auch in der „Abendschau“ im Bayerischen Fernsehen.

zum Video