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Hansjörg Profanter

Posaune

Welche Person/ welches Ereignis hat Sie als Musiker maßgeblich geprägt und warum? 
Als ich mit 13/14 Jahren, aufgewachsen in einem Bergdorf nahezu ohne klassische Musik, im Radio „Tod und Verklärung“ von Richard Strauss hörte, war ich so beeindruckt, dass in mir der Wunsch reifte, diese Musik später auch ausführen zu wollen und sie zu meinem Beruf zu machen.

Kuriose Orte, an denen Sie musiziert/ geübt haben? 
Im Wald übte ich sehr gerne. Und auf einer Alm in der Schweiz, wo ich für einen Sommer lang die Kühe hütete, um mir mein Studium zu finanzieren.

Wenn Sie nicht Ihr Instrument spielen würden, welches würden sie dann wählen?
Am liebsten wäre ich Sänger geworden.

Gibt es weitere Interessen/Leidenschaften neben der Musik?
Bergwandern, unbekannte Gegenden erkunden, Sport und Lesen.

Welche drei Musikstücke würden Sie auf die berühmte Insel mitnehmen? 
Lieder von Gustav Mahler, eine Sinfonie von Robert Schumann, die H-moll Messe von Johann Sebastian Bach.

Was war Ihre letzte musikalische Entdeckung? 
Mathias Johannes Schmidhammer, ein junger Komponist aus Südtirol mit seinem Werk für kleines Ensemble.

Welche Musikerklischees würden Sie gerne geraderücken?
Es stimmt nicht, dass Musiker immer ganz edle, feine Menschen sind.
Es stimmt auch nicht, dass Blechbläser die trinkfreudigsten Musiker sind.

BIOGRAFIE

Hansjörg Profanter ist gebürtiger Südtiroler und sammelte erste musikalische Erfahrungen als 14-Jähriger in seinem heimatlichen Blasorchester. Sein Posaunenstudium absolvierte er am Konservatorium Claudio Monteverdi in Bozen bei Ennio Guidetti und am Tiroler Landeskonservatorium Innsbruck bei Michael Stern.

Bereits mit 20 Jahren trat er seine erste Stelle als Solo-Posaunist im Teatro Regio in Turin an. Ein Jahr später wechselte Hansjörg Profanter in derselben Position zum Bayerischen Staatsorchester unter Wolfgang Sawallisch nach München. Im folgenden Jahr, 1979, wurde er Solo-Posaunist im Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Hier spielte er in der Vergangenheit unter den Chefdirigenten Rafael Kubelík, Colin Davis und Lorin Maazel und ist aktuell unter der Leitung von Mariss Jansons zu hören. 

Hansjörg Profanter gastierte bei weiteren namhaften Orchestern wie den Berliner und den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern und der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom.

Gerne widmet er sich der Kammermusik in Formationen wie dem Münchner Gabrieli Ensemble, dem BRass Ensemble München und „Windkraft – Kapelle für Neue Musik“.

Seit 2011 unterrichtet er als Gastprofessor am Konservatorium Claudio Monteverdi in Bozen.

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